Wie alles begann
Der Ursprung des heutigen Oktoberfestes ist auf das Jahr 1810 zurückzuführen, als Bayern zum Königreich erhoben wurde. Dementsprechend fand am 12. Oktober 1810 die Vermählung des Kronprinzen Ludwig (später König Ludwig I.) mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen statt.
Die Hochzeitsfestlichkeiten dauerten fünf Tage und wurden vom Herrschaftshaus für das junge Königreich inszeniert. Die Dynastie demonstrierte Volksnähe und dankte den Untertanen damit für die überstandene Geduldsprobe bei der Anbindung an Frankreich. Das Fest diente als Identitätsstifter für die Neubayern und sollte außerdem die geplante Ausrichtung Münchens als Haupt- und Residenzstadt unterstützen.
Die bereits als „Volksfest“ bekannten Festlichkeiten wurden am 17. Oktober mit einem Pferderennen zu den Toren Münchens beendet. Auf diesem Wege wollte man das berühmte „Scharlachrennen“, das letztmalig 1786 in der Jakobidult abgehalten wurde, wieder aufleben lassen. Der Nationalgarde-Kavallerist und Lohnkutscher Franz Baumgardner ging schließlich als Sieger daraus hervor. Während der Veranstaltung huldigten Kinder in Volkstrachten mit Gedichten, Blumen und Früchten des Landes der anwesenden Königsfamilie.
Durch den Beschluss, das publikumswirksame Pferderennen zur gleichen Zeit im folgenden Jahr zu wiederholen, entstand die Tradition des „Oktoberfestes“.
Zu Ehren der Braut wurde die Festwiese „Theresienwiese“ getauft und so heißt der Ort auch heute noch – allerdings ist im Münchner Sprachgebrauch das kürzere „die Wiesn“ üblich.
Im Jahr 1811 kam das Landwirtschaftsfest als Ausstellungsstätte der Agrarwirtschaft hinzu. Heute findet das „Bayerische Zentral-Landwirtschaftfest (ZLF) alle vier Jahre statt, dann wird das Oktoberfest als „kleine Wiesn“ bezeichnet.