Museum, Bierhalle und Glockenspiel
Die im Isartal gelegene Stadt München trägt drei kulturell hochwertige Titel. Nicht nur, dass hier das größte naturwissenschaftliche Museum steht, nein, hier befindet sich zudem auch die berühmteste Bierhalle der Welt sowie das viertgrößte Glockenspiel Europas.
Das Deutsche Museum mit seinen ca. 28.000 ausgestellten Exponaten aus rund 50 Bereichen auf 55.000 m² trägt den Titel des weltgrößten naturwissenschaftlichen Museums. Angefangen von dem ersten Automobil und dem Foucaultschen Pendel bis hin zur Kernphysik, wird die Welt der Naturwissenschaft dem Besucher anschaulich und zum Teil anfassbar nahe gebracht.
Im Herzen Münchens steht das Hofbräuhaus, die größte Bierhalle der Welt Sie erhalten hier einen Einblick in die reiche Geschichte und Kultur der bayrischen Biere und Speisen. Der Bau des Hofbräuhauses wurde 1589 in Auftrag gegeben. Das Hofbräuhaus hat täglich fast 35.000 Besucher und erwirtschaftet jährlich Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe. Genießen Sie im Hofbräuhaus „a Maß“, wie der Bayer den Liter Bier bezeichnet, und beurteilen Sie dann, ob München den Titel der Bierhauptstadt zu Recht trägt.
Mit seiner imposanten Architektur im neugotischen Stil und seinem weltberühmten Glockenspiel lädt das Neue Rathaus täglich Tausende auf dem Marienplatz zum Verweilen ein. Das Glockenspiel am Neuen Rathaus München ist das viertgrößte in Europa. Es besteht aus 43 Glocken, deren Anschlag durch sechs Walzen, die je nach Jahreszeit wechseln, ausgelöst wird.
Das eigentliche Spielwerk befindet sich unter dem sog. „Turmhelm“ und erklingt täglich um 11, um 12 und um 17 Uhr; von November bis Februar entfällt jedoch der 17-Uhr-Termin. Der Spielerker des Glockenspiels besteht vollständig aus Kupfer. 1908 kamen die bekannten Spielfiguren, die Motive aus der Münchner Geschichten- und Sagenwelt repräsentieren, erstmalig zum Einsatz. Im oberen Spielerker wird ein Turnier dargestellt, welches zur Vermählung von Herzog Wilhelm V mit Renata von Lothringen 1568 auf dem Marienplatz abgehalten wurde. Zudem wird wird in der unteren Etage der Schäfflertanz gezeigt, ein alter Zunft-Tanz, dessen Entstehung auf die Pestjahre 1515 bis 1517 zurückgeht.
Am späteren Abend (21 Uhr) wird noch eine zweiminütige Variante geboten; dabei wird der Erker mit Scheinwerfern erleuchtet, der Nachtwächter tritt hervor und dreht seine Runde. Eine Pause folgt und anschließend ertönt das „Wiegenlied“ von Johannes Brahms. Nun marschiert das Münchener Kindl zusammen mit dem Friedensengelvom rechten zum linken Erkerturm. Wenn beide auf der linken Seite angelangt sind, erlischt das Licht und München taucht ein in die Nacht.
Zur Geschichte des Neuen Rathauses:
Mitte der 1860er Jahre wurde aufgrund von Raumnot im Alten wie auch im Kleinen Rathaus die Errichtung eines Neubaus beschlossen. In Erinnerung an die bürgerliche Hochblüte in der Gotik fiel die Wahl auf einen Entwurf im neugotischen Stil, damit wurde ein eigenständiger architektonischer Akzent im Gegensatz zu den Bauten des Königshauses gesetzt. Die Nordseite des Marienplatzes diente hierfür als Bauort. Zwischen 1888 und 1903 entstanden zusätzliche Bauabschnitte, wobei das Rathaus in Brüssel und das Neue Rathaus in Wien dabei als Vorbilder dienten.
Nach dem Krieg wurde das Rathaus wegen leichter Schäden, die im Zuge der Bombardierung im Jahr 1944 entstanden waren, umgebaut. Ende der 90er Jahre wurde das Rathaus komplett saniert und in Details wieder rekonstruiert, so z. B. das neugotische Ziergeschmeide auf dem Dach des Gebäudes.