Die Bavaria Filmstadt
…uuund Action! Dieses Kommando werden Sie 11,2 Kilometer südlich von München mehrfach hören oder auch selbst geben. Denn genau hier befinden Sie sich in der Bavaria Filmstadt. Bei ihrem Besuch haben Sie die Wahl, ob Sie Statist, Regisseur oder auch nur Zuschauer sein wollen.
Alles begann mit der Frage der Entsorgung, als 1981 die Schlussklappe für den Film „Das Boot“ unter der Regie von Wolfgang Petersen fiel. Eine besondere Idee zweier Mitarbeiter von Bavaria Film rettete das 55 Meter lange Innenmodell des U-Bootes vor dem Schrotthändler. Warum sollte die einmalige Metallkulisse nicht ausgestellt werden und für jeden zu sehen sein?! Die Bavaria Filmstadt war geboren.
Am 1. August 1981 öffnete die Bavaria Filmstadt ihre Pforten, zunächst lockten die authentische Metallröhre aus Wolfgang Petersens Kasschenschlager „Das Boot“ und vorallem die Berliner Straße aus dem Film „Das Schlangenei“ die Filmfans in die Filmstadt.
Die Zechensiedlung „Rote Erde“ aus der gleichnamigen Serie konnten die Besucher erstmals 1982 bestaunen; diese wurde ’89 in die Bavaria Stunt Show integriert. Die filmgeschichtliche Abteilung wurde ’83 mit Figuren aus der Erfolgsproduktion „Die unendliche Geschichte“ erweitert. Der Raumschiffkorridor aus dem Weltallepos „Enemy Mine – Geliebter Feind“ wurde ’85 zur neuesten Attraktion. Leider wurde die Berliner Strasse ’87 abgerissen und an ihre Stelle trat die Münchner Straße, diese wurde zum Bestandteil der Führung.
In einer packenden Show wurden ’89 erstmals hautnah Stunts des Stunt-Teams von Mac Steinmeier präsentiert. Jede Saison aufs neue werden die Besucher von den Stuntleuten überrascht. Für Schulklassen und Jugendgruppen wurde 1990 „Das filmende Klassenzimmer“ eingerichtet; hier können eigene Filme gedreht und anschließend geschnitten werden. Ein besonderen Bestandteil der Führung ist seit ’93 die Außenkulisse „Marienhof“ aus der gleichnamigen Daily Soap der ARD. Computeranimierte Filme werden seit ’94 im „Erlebniskino“ gezeigt.
Im Jahr 1999 wurde eine weitere Attraktion hinzugefügt: In der Originalkulisse kann man sich wie ein Statist bei „Asterix und Obelix gegen Cäsar“ fühlen, im nachgebauten gallischen Dorf und im römischen Zirkus kann man alles über die Realverfilmung der weltberühmten Zeichentrick-Charaktere erfahren. Seit 2001 ist außerdem ein Live-Einblick in die sonst hermetisch abgeriegelten Marienhof-Studios möglich, erstmals finden auch auch der Marienhof Fantag und der Familientag statt.
2002 beam die Bavaria Filmstadt endlich ein neues Logo, nämlich ein drolliges Männchen mit Namen Rolli – eine Filmspule auf zwei Beinen. Täglich begrüßt Rolli persönlich die Besucher.
Der VIP & Event Service der Bavaria Filmstadt ging 2005 mit einem stark erweiterten Angebot an den Start, des Weiteren wurde die Filmstadtführung durch Requisiten aus „Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen“ erweitert.
Im 4D Erlebniskino findet 2006 die Weltpremiere des innovativen IOSONO-Soundsystems statt; es fungiert als perfekte Ergänzung zum brillanten Bild der Digitalprojektoren und macht den Besuch zu einem einzigartigen Erlebnis.
Aus den zwei Kinofilmen, „Die wilden Hühner und die Liebe“ sowie „Rennschwein Rudi Rüssel – Rudi rennt wieder“ zeigt die Bavaria Filmstadt den Besuchern Exponate. Ein spezieller Lehrbereich zum Thema Film und Fernsehen wurde eingerichtet, außerdem wurden ausführliche Unterrichtsmaterialien zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt.
Im Jahr 2009 erwarten die Besucher der Bavaria Filmstadt wieder einige neue Highlights: die Orginal Höllentorkulisse aus „DWK5 – Die wilden Kerle: Hinter dem Horizont“, die Gefängniskulisse Stuttgart-Stammheim aus „Der Baader Meinhof Komplex“, die Rezeption der Telenovela „Sturm der Liebe“ und das Wickie-Dorf sowie das Flaggschiff aus Michael „Bully“ Herbigs Comic-Verfilmung „Wickie und die Wilden Kerle“.
Zur Entwicklung der Besucherzahl bleibt nur noch zu sagen, dass es ganz anders kam, als die „Erfinder“ der Bavaria Filmstadt bei der Eröffnung 1981 erwartet hatten – damals rechnete man mit 150 bis 200 Besuchern pro Tag. 100.000 Neugierige überannten jedoch in den ersten drei Monaten die Filmstadt. Vier Jahre später überschritt die jährliche Besucherzahl bereits eine halbe Million.. Mittlerweile hat sich diese Zahl auf beachtliche 400.000 bis 500.000 Besucher pro Jahr eingependelt.