Das Münchner Hofbräuhaus
Wilhelm V., seines Zeichens bayerischer Herzog, verkündete am 27. September des Jahres 1589 den bevorstehenden Bau einer hofeigenen Brauerei, um die durch den intensiven Bierkonsum anfallenden hohen Kosten zu reduzieren. Die Kosten waren vor allem deshalb so hoch, weil das Bier aus verschiedenen Regionen Deutschlands importiert werden musste – Damit sollte nun Schluss sein. Es vergingen lediglich einige Jahre, dann konnten die Anlagen im ursprünglichen Brauhaus am Alten Hof die für die damalige Zeit enormen Produktionsmengen nicht mehr liefern und es war an der Zeit, einen neuen Standort zu suchen. 1607 war es schließlich so weit: Die Errichtung des Hofbräuhauses am „Platzl“, in dem weißes und ab 1608 auch wieder braunes Bier gebraut wurde, war abgeschlossen.
Der bayerische König Ludwig I. gestattete im Jahr 1828 den Ausschank des Hofbräuhaus-Bieres an das gemeine Volk sowie dessen Bewirtung im Gebäudes selbst. Als der König 1844 den Bierpreis deutlich absenkte, hatte dies einen ebenso deutlichen Anstieg des Absatzes zur Folge und das Hofbräuhaus musste so gut wie jedes Jahr eine gewisse Zeit aufgrund von Biermangel geschlossen bleiben.
Der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmende Tourismus in der Stadt München brachte immer mehr Besucher in das Hofbräuhaus, so dass Architekt Max Littmann 1896 von Prinzregent Luitpold beauftragt wurde, die Einrichtung in einen modernen Gastronomiebetrieb zu verwandeln. Im Zuge dessen wurde auch die eigentliche Brauerei an einen anderen Standort ausgelagert. Bereits 1897 war der Umbau abgeschlossen und das neue Hofbräuhaus konnte am 22. September feierlich eröffnet werden.